Informationsdienst Rechtsextremismus

Erneute NPD-Aktivitäten in Schaumburg

15. Juni 2009

Im Vorfeld der Europawahl hat die völkisch-nationalistische NPD in den schaumburger Städten Stadthagen und Bückeburg Flugblätter verteilt. Das Wahlergebnis der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Deutschen Volksunion (DVU) im Landkreis ließ jedoch nicht auf einen erfolgreichen Wahlkampf des Bündnispartners NPD schließen.

Unter anderem am Vortrag der Europawahl, am Sonnabend, 6. Juni 2009, verteilten NPD-Sympathisanten in den Fußgängerzonen ihre Flyer. Mitglieder anderer Parteien, die zeitgleich in der Innenstadt Wahlwerbung betrieben, sollen sich über die Provokation der NPD beschwert haben. Die neonazistische Partei trat selbst nicht für die Europawahl an.

Auf der Internetseite des NPD-Unterbezirks Oberweser – einem Zusammenschluss, der unter anderem auch aus dem NPD-Kreisverband Schaumburg hervorgegangen war – hieß es zur Empörung seitens der anderen Parteien: “Die Herrschaften der Etablierten warfen uns wüste Beschimpfungen auf unterstem Niveau entgegen.”

“Als Bündnispartner der DVU nahmen wir auch Stellung zur Europawahl und gaben am Sonnabend unsere Wahlempfehlung an die Bürger weiter”, so die NPD nach der Verteilaktion. Dass diese “Empfehlung” nicht allzuviele Wähler in ihre Entscheidung am Wahltag einfließen lassen haben, zeigen die Wahlergebnisse im Landkreis Schaumburg. Lediglich 151 Stimmen (0,3 Prozent) erlangte die DVU in Schaumburg. Die rechten Republikaner erhielten 408 Stimmen (0,8 Prozent). Damit liegt der Kreis leicht über dem Landestrend: Insgesamt bekam die DVU in Niedersachsen 7620 Stimmen (0,3 Prozent) und die Republikaner 15 984 Wählerstimmen (0,8 Prozent).

Kategorie: News