Der Neonazi-Anführer Sascha Krolzig hat im vergangenen Oktober ein Jura-Studium an der Universität in Bielefeld begonnen. Studenten wehren sich nun gegen den Gründer der neonazistischen „Kameradschaft Hamm“. Eine Arbeitsgruppe soll ausarbeiten, „wie die weitere Präsenz des Neonazi-Funktionärs an der Universität verhindert werden kann“.
Krolzig ist seit 2004 in der nordrhein-westfälischen und bundesweiten Neonazi-Szene als Redner auf Aufmärschen bekannt. Er war neben seiner Aktivität für die „Kameradschaft Hamm“ 2007 dem „Kampfbund Deutscher Sozialisten“ (KDS) beigetreten, der sich ein Jahr später auflöste. Der KDS fungierte als sogenannte „Querfront“-Gruppierung, die bewusst versuchte, Aktivisten aus anderen politischen Richtungen für die rechtsradikale Szene zu gewinnen.
Kameradschafts-Führer Krolzig meldete 2007 eine Neonazi-Demo durch Herford an. Erst vor zwei Monaten soll er als Redner bei einer Saalveranstaltung der „Freien Kräfte Köln“ in Erftstadt (Rhein-Erft-Kreis) aufgetreten sein, heißt es von den „Antifaschistischen Gruppen aus OWL“, die rund 1000 Flugblätter, auf denen über die Umtriebe des Studenten der Rechtswissenschaften informiert wird, am Donnerstag in der Uni verteilt haben. Die beteiligten Personen wollen aus Selbstschutzgründen anonym bleiben, heißt es in einer Pressemitteilung. Das „Outing“ sehen die Antifaschisten als „ersten Schritt gegen die gesellschaftliche Etablierung eines führenden Neonazis, der auch seit Beginn seines Studiums weiterhin seiner verbrecherischen Ideologie nachgeht.“
An anderen Unis haben Neonazi-Funktionäre bereits eigene rechte Zusammenschlüsse gegründet. Der Hannoveraner NPD-Chef Marc-Oliver Matuszewski fungiert beispielsweise auch als Ansprechpartner der „Nationalen Hochschulgruppe Hannover“.
