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Neonazi-Prozess: Verfahren gegen weiteren Verdächtigen

11. Februar 2010

Am zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen zwei Neonazis, die in Wunstorf vor knapp einem Jahr zwei junge Erwachsene geprügelt haben sollen, sind vor dem Amtsgericht Neustadt am Rübenberge am Dienstag weitere Zeugen vernommen worden. Gegen einen weiteren Rechtsradikalen, der als Zeuge aussagte, wird nun wegen Tatbeteiligung ermittelt.

Mehrere Neonazis, die in der Tatnacht im März 2009 einen Platzverweis in Wunstorf (Region Hannover) erhalten hatten, mussten als Zeugen aussagen. Verlangt hatte dies der Rechtsanwalt von Marco Siedbürger, einem der Beschuldigten. Neben dem Neonazi-Kader Siedbürger, der zurzeit in Haft ist, sitzt ein Wunstorfer Neonazi-Kader auf der Anklagebank.

Ein rechter Zeuge, der nicht erschien, soll beim nächsten Prozesstag zwangsvorgeführt werden. Mitglieder der neonazistischen Szene in der Region sagten vor Gericht, sie wären zuerst angegriffen worden. Weder ein Polizist, der ebenfalls vor Gericht berichtete, noch andere Zeugen konnten dies bestätigen.

Vermummt und bewaffnet, so Augenzeugen, soll die Gruppe von rund 30 Neonazis beim Wunstorfer Bahnhof aufgeschlagen sein und die zwei Angegriffenen geschlagen und getreten haben. Eines der Opfer wurde bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt. Eine Augenzeugin, die das Szenario aus der Ferne beobachtet hatte, sagte bei Gericht, sie hätte Angst gehabt, dass die blutüberströmte junge Frau tot sei.

Gegen einen Neonazi aus Hannover, der einräumte, bei der Situation vor Ort gewesen zu sein, will die Staatsanwaltschaft nun ein Verfahren wegen schwerem Landfriedensbruch einleiten. Beim ersten Verhandlungstag vor dem Gericht in Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) im August vergangenen Jahres saß dieser im Zuschauerraum. Ein Urteil kann frühestens Ende Februar erwartet werden.

» Bericht zum ersten Prozesstag

Kategorie: News