Informationsdienst Rechtsextremismus

Neonazis verprügeln 18-Jährigen in Hannover

15. Januar 2010

Die Polizei in Hannover hat eine rechte Gewalttat, die sich an Neujahr in der Innenstadt ereignet hatte, offenbar aufgeklärt. Zwei Neonazis konnten durch Zeugenaussagen als Tatverdächtige ermittelt werden.

Eine Gruppe Rechtsradikaler hatte am Neujahrsmorgen einen 18-Jährigen in der zentralen U-Bahn-Station Kröpke attackiert. Passanten kamen dem jungen Mann zur Hilfe und konnten gemeinsam mit dem Opfer die Täter zurückdrängen. Der Angegriffene erlitt leichte Verletzungen. Laut einer Zeugenaussage waren rechtsradikale Parolen gerufen worden.

Nun verzeichnet die Polizei einen Ermittlungserfolg. Ein 19-Jähriger aus Wunstorf (Region Hannover) und ein 23-jähriger Hannoveraner wurden als dringende Tatverdächtige festgestellt. Beide gehören laut Polizei der gewaltbereiten rechten Szene aus Wunstorf und Hannover an.

Einer der beiden ermittelten Verdächtigen soll wegen eines Übergriffes auf Besucher des Jugendzentrums “Wohnwelt” in Wunstorf Anfang 2009 beteiligt gewesen sein, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Wegen der Attacke im März des vergangenen Jahres stehen derzeit ein Kader der ”Freien Kräfte Hannover Umland” sowie der zurzeit in Haft sitzende Marco Siedbürger in Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) vor Gericht.

Nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen soll der Polizei bei den Ermittlungen nach dem Angriff am Neujahrsmorgen eine Panne unterlaufen sein. Die Beamten hatten es offenbar trotz Aufforderung seitens des Angegriffenen versäumt, das Material der Überwachungskameras der U-Bahn-Station sicherzustellen und auszuwerten. So bleiben die anderen Tatbeteiligten, die vermutlich ebenfalls zur neonazistischen Szene gehören, vermutlich unbehelligt.

Kategorie: News