Unbekannte haben am vergangenen Wochenende zwei der Scheiben des umstrittenen Denkmals in Großburgwedel (Region Hannover) “mutwillig” zerstört, wie die Polizei mitteilt. Das Mahnmal war aufgrund der Nennung von SS-Männern in die Kritik geraten.
Auf den beiden zerborstenen Glasscheiben wurde an rund 140 gefallene Wehrmachts-Soldaten erinnert. Außerdem waren die Namen von fünf Angehörigen der Waffen-SS sowie eines Gestapo-Mitglieds auf dem Scheiben zu lesen. Eine dritte, kleinere Platte, auf der unter anderem an 28 ermordete Säuglinge polnischer Zwangsarbeiterinnen erinnert wird, blieb unbeschädigt.
Die Polizei Hannover teilte Sonntag mit, dass die Täter, die die knapp zwei Meter hohen Scheiben des “Tors der Erinnerung” mit Steinen eingeschlagen haben sollen, bislang flüchtig und unbekannt seien.
Unter anderem hatte das Simon-Wiesenthal-Center versucht die Stadt dazu zu bewegen, dass auf die Ehrung von SS-Männern verzichtet wird. Der Ortsrat entschied sich jedoch für die Nennung auf dem Mahnmal ausgesprochen. Kurz vor der Einweihung am Volkstrauertag wurden die Namen jedoch überklebt, da intensivere Nachforschungen ergaben, dass Einheiten, in denen die Angehörigen der mörderischen SS gedient hatten, an Massenerschießungen von Juden beteiligt waren.
Grund für die Nennung der Nationalsozialisten war zuvor, dass die Personen nicht persönlich in Kriegsverbrechen verwickelt waren. Dass es sich um eine verbrecherische Organisation handelt, denen die Männer freiwillig beitraten, wurde ignoriert. Die SS war maßgeblich am Holocaust beteiligt. Auch die deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager, in denen Millionen europäischer Juden ermordet wurden, waren von Waffen-SS-Mitgliedern “bewacht” worden.
